Der Verein Kurpfalz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kulturelle Identität der ehemaligen Kurpfalz über die Ländergrenzen hinweg zu erhalten und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kurpfälzerinnen und Kurpfälzer zu pflegen.

Kein anderes deutsches Ballungsgebiet ist so von Ländergrenzen durchschnitten wie der Rhein-Neckar-Raum. Mit dem Ende der politischen Kurpfalz vor mehr als 200 Jahren sieht sich das einstige Kernland Europas politisch, wirtschaftlich und kulturell an die Peripherie gedrängt: der linksrheinische Teil wurde Bayern zugeschlagen, der rechtsrheinische fiel an das Großherzogtum Baden, die Gebiete im Nordosten gingen an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Grenzen seitens der Alliierten verfestigt; das geteilte Gebiet wurde den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zugeordnet.

Die Kurpfalz
Charta Palatina, 1776-85, koloriert - © Universitätsbibliothek Heidelberg

Die Anstrengungen des 1949 gegründeten Vereins Kurpfalz, durch eine Neuordnung der Ländergrenzen den historischen Kultur- und Wirtschaftsraum wieder herzustellen, blieben erfolglos. Um die durch die Ländergrenzen entstandenen Hemmnisse für die Raumentwicklung abzumildern hat der Verein maßgeblich an der Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rhein-Neckar-Raum mitgewirkt. Meilensteine sind die 1951 gegründete kommunale Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar und der 1969 gebildete Raumordnungsverband Rhein-Neckar.

Mit dem 2006 gebildeten neuen Verband Region Rhein-Neckar und der Aufnahme der Region in den Kreis der Europäischen Metropolregionen hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rhein-Neckar-Raum eine neue Qualität gefunden.

Im Jahr 2000 hat der Verein die Trägerschaft über die Kurpfalz-Bibliothek „Heinrich Vetter“ in Lorsch übernommen. Die Bibliothek ist als eine wissenschaftliche Präsenzbibliothek zur Erforschung der regionalen und lokalen Geschichte der Kurpfalz konzipiert.